„Genau genommen ist dieser kleine, mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen bestückte Band eine Hymne auf die Lyramusik, prägt dieses Instrument doch die kretische Klangwelt wie kein anderes, da sie "geschliffen, knapp, frei von Schwulst, kräftig, verhalten, mit einfachsten Mitteln das Wesentliche ausdrückend und von männlicher Strenge ist - und doch voller Empfindsamkeit, Zartheit und Poesie", wie Strohmeyer in Anlehnung an eine Kreta-Beschreibung des berühmtesten Dichters der Insel, Nikos Katzanzakis ("Alexis Sorbas"), anführt.
Freilich, so schreibt der Autor, sei die orientalisch anmutende Lyramusik für Fremde "schwer zugänglich", weshalb für ihr Verständnis "ein minimales Eindringen in die kretische Kultur" vonnöten sei. Und genau dies fördert Strohmeyer mit seinem Buch, weil er kompetent seinen "Lesern den Zauber dieser fremdartigen Klänge von Kretas Landschaften, von seinen Mythen, seiner Geschichte, seinem Widerstandsgeist und Freiheitswillen, seiner Poesie, seinen Menschen und deren Lebensfreude her erklären" will.
Neben seinen eigenen Ausführungen zum Thema hat der Autor mit dem Deutschen Stefan Petersilge gesprochen, der neben dem Iren Ross Daly - dem Strohmeyer ebenfalls ein Kapitel widmet - der auf Kreta wohl anerkannteste nichtkretische Lyraspieler ist. Darüberhinaus stellt Strohmeyer einen Lyrabauer vor, schreibt über die Bedeutung der Insel für Mikis Theodorakis und gibt zudem viele Liedtexte wieder, denn die "Musik Kretas ... lebt neben ihren Melodien auch von ihren Texten."
Besonders hebt Strohmeyer sowohl in seinem Buch als auch im Gespräch den Aspekt hervor, dass die Lyramusik der "Inbegriff kretischer Identität" sei. "Ich glaube", so sagt er, "dass die Lyramusik das Typischste ist, was es auf Kreta gibt ... diese Musik lebt, ist originär, ist ganz authentisch!"“